Stichwort Forellenbach

Vom höchsten Berg des nördlichen Lippischen Berglandes, dem Bonstapel, 342 m hoch, nimmt die Linnenbeeke (nur Name im Valdorfer Bereich) ihren Ursprung und wird ab der Horst „der Forellenbach“ genannt.

 

Der heutige Forellenbach hat seinen Namen im Laufe der Jahrhunderte oft gewechselt. Sein ursprünglicher Name, den ihm die ersten sächsischen Ansiedler gegeben haben, war „Vlote“, was so viel wie Bach bedeutet. So wird er in einer Urkunde des Jahres 1336 genannt. In der Wiesenaue an seiner Mündung entstand die Siedlung „Vlotouwe“, das heutige Vlotho. In der Gründungsurkunde  von 1571 der Papiermühle Nevelin Möllenbeck (zuletzt von Deylen), wird er als "Vloetbaoh“ bezeichnet. Diese alten Namen sind dann untergegangen. Noch in den 1950er Jahren wurde dieser Bach im Volksmunde auch "die Bache" genannt, d.h. im Grunde genommen genau wie vor hunderten von Jahren "die Vlote“. In amtlichen Schriftstücken finden wir im 18.und 19. Jahrhundert die Namen „Angelbach“, „Forellenbach“ und auch „Mühlenbach“.

 

Alte Vlothoer Akten geben über den Namen keine eindeutige Auskunft. Aber im „Wasserbuch" des Kreises Herford ist eindeutig festgeschrieben: Bereits im Jahre 1871 wurde der Bachlauf amtlich mit „Forellenbach" bezeichnet, und zwar aufgeteilt nach „Valdorfer und Weser-Forellenbach". Denn schon damals, im letzten Jahr des deutschfranzösischen Krieges, wurden amtlich Fischereirechte an diesem Bachlauf vergeben. Als Valdorfer Forellenbach war sicherlich der Abschnitt zwischen der Plattenmühle und dem heutigen Marktkauf gemeint, denn das ist seit eh und je Valdorf Gebiet.

 

Übrigens zeigt eine alte Katasterkarte aus dem Jahre 1799, dass der Bachlauf längst nicht so einheitlich kanalisiert verlief wie heute: Etwa in Höhe der heutigen Einmündung Valdorfer Straße wurde ein Teil des Wassers aus dem Bach abgeleitet und lief in einem eigenen Bett zur Ölmühle Rohland, um hinter der Mühle wieder dem eigentlichen Bach zugeführt zu werden. Und dann teilte sich der Bachlauf ein zweites Mal an der Weserstraße, um die Mühle an der Mühlenstraße zu bedienen. Die Bezeichnung „Mühlenbach" gab es immer nur im Volksmund, nie in amtlichen Unterlagen, das ist sicher.

Nur im Volksmund heißt der Forellenbach auch Mühlenbach.

Woher die Bezeichnung

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Dieser Kartenausschnitt aus einer Karte des Jahres 1888 zeigt deutlich den damaligen Verlauf des Forellenbaches (blaue Linie). Von Valdorf kommend teilt er sich einmal vor dem Ölbrink und ein zweites Mal an der Weserstraße, um die beiden Mühlen mit Wasser zu versorgen.

 

„Mühlenbach" kommt, liegt nahe, gab es damals doch auf einer relativ kurzen Strecke des Bachlaufes zahlreiche Getreide- und Ölmühlen. Von der „Krüger-Mühle" in Valdorf (auf der Horst) bis zur Klostermühle in Nähe der heutigen Mühlenstraße. Sie wird schon 1258 in der Gründungsurkunde des Klosters genannt. Sie brannte 1928 bis auf die Sägemühle ab.

 

In den letzen Jahrzehnten hat sich für Valdorf die Bezeichnung Linnenbeeke und im Vlothoer Teil ab der Horst der Name Forellenbach durchgesetzt. Dieses scheint auch sinnvoll da am Haus Herforder Straße Nr. 149 Linnenbeeke und der Güstebach zusammen fließen und dort zu einem gemeinsamen Bach werden.

Ab hier erreicht der Forellenbach nach etwa 1800 Metern die Weser. Somit sollten die Verwirrungen über die Bachnamen in den letzten Jahrhunderte vergessen sein.

 

Text: Dr. Großmann 1952 "im privaten Auftrag" und G. S. 2014

 

 

 

 

Hier unterquerte die Linnenbeeke gerade die Herforder Straße, während von links kommend der Güstebach hinzu stößt und bilden von nun an den Forellenbach. Am rechten Rand ist die Hauswand des Hauses Herforder Str.149 zu sehen. Foto: 2010.

 

 

Der Forellenbach in Höhe der Klosterstraße. Munter treiben Wildenten auf dem Bach, aber auch Forellen können dort gesichtet werden. Ein Blick in die Tiefe lohnt sich. Foto: 2010.

 

 

Hier sieht man die letzten hundert Meter des Forellenbaches, bevor er dann die Weser erreicht. Foto: 2010.