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  Bismarckstraße und Mühlenstraße

Bismarckstraße

Stichwort Bismarckstraße

Die hinter dem Postamt abzweigende Bismarckstraße hieß ursprünglich (bis 1885) Lagerhaus-Straße und war ein Privatweg der Lagerhaus-Gesellschaft. Sie wurde 1889 der Stadt kostenlos überlassen und 1895 in Bismarckstraße umbenannt. Im Volksmunde wurde sie auch „Doktorstraße" genannt, weil dort ständig Ärzte wohnten, nämlich:

Dr. Voß (paktiz. ab 1848), Dr. Gröne (praktiz. ab 1862), Dr. Hillebrecht (praktiz. ab 1883). Nach 1900: Dr. Brand, Dr. Müller, Dr. Mülke, Dr. J. Wünscher, Dr. Charton, Dr. Hötte, Dr. G. Haouache und weitere.

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Bismarckstraße Nr. 1.

Bismarckstraße Nr. 2.

Bismarckstraße Nr. 3.

 

lagerhausgrossStichwort großes Lagerhaus

Zwölf Vlothoer Kaufleute hatten sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen um das dringend benötigte Lagerhaus zu verwirklichen. Lange Verhandlungen über den Standort wurden geführt, bis endlich am 20. Mai 1845 der Grundstein für das Gebäude an der heutigen Bismarckstraße  gelegt wurde. Im Laufe der Jahre hatte dieses Gebäude eine Reihe von Mitbesitzern, auch die Zigarrenfabrik Friedrich Schöning gehörte dazu. Letzter Alleinbesitzer war die Firma Niemann & Tintelnot. Das große Lagerhaus an der Bismarckstraße diente als Umschlagplatz, unter anderem für Güter aus dem Hafen. Hauptsächlich wurden Tabakblätter aus der ganzen Welt , aber auch aus Deutschland gelagert.

Das Lagerhaus wurde 1979 im Zuge des Weserbrückenneubaus abgerissen.

Die Geschichte des Lagerhauses finden Sie hier. lagerhaus-geschichte-info

 

n+t-xn+t-x-tischlereiStichwort Niemann & Tintelnot, Zigarrenfabrik

Der Zigarrenfabrikant Emil Niemann, Vlotho und der Handlungsagent Leopold Tintelnot, Lemgo gründeten am 29. Juni 1867 die Zigarrenfabrik Niemann & Tintelnot. Erster Standort war das Thoßsche Lagerhaus Bismarckstraße 6 (ehemals Lagerstraße). Gut laufende Geschäfte führten zur stetigen Erweiterung der Gebäude an der Bismarckstraße. Mit 300 Beschäftigten war N&T die größte der damals 26 Zigarrenfabriken in Vlotho. 1913 wurde ein Grundstück an der Moltkestraße erworben, wo ein Jahr später ein Neubau entstand.

Mehr zu N&T finden Sie auf der Seite "Alt-Vlotho / Zigarrenindustrie".

 

faehrhofStichwort freier Fährhof

In der Nähe der Weser, nicht weit vom großen Lagerhaus entfernt, lag der Fährhof, der als Freisassenhof noch bis in den 1930er Jahren bestanden hat. Die Hofgebäude selbst brannten infolge eines Blitzschlages am 28. Mai 1913 völlig aus.

Weil die Stadt Vlotho durch Kriegssteuern so stark in Schulden geraten war, die sie nicht begleichen konnte, war es unumgänglich geworden, den Besitzer des Fährhofes, Jobst von Briel, um Tilgung der Schulden zu bitten, die er auch beglich und als Gegenleistung für sich und seine Nachkommen die Steuerfreiheit (Vertrag von 1651) auf Lebenszeit erhielt. So ist denn der Fährhof ein Freisassenhof geworden. Die Urkunde ist heute im Besitz der Familie Bonnemeier. Seinen Namen hatte er ursprünglich von der Fähre erhalten, die bis 1723 im gleichen Besitz blieb. Neben der Landwirtschaft betrieben die Fährhofbesitzer eine Ziegelei, Steinbruchbetrieb und die Kandiszuckerfabrik Ohle & Bonnemeyer.

briel-startbildStichwort Jobst von Brielen oder auch "von Briel" genannt

Fährhofbesitzer Jobst von Brielen, der große Sohn Vlothos, rettete seinen Heimatort.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg stand die Stadt Vlotho schon einmal vor einer großen Finanzmisere.

Fast 400 Jahre ist es jetzt her, dass durch den „Prager Fenstersturz" am 23. März 1618 der Dreißigjährige Krieg ausbrach. Im gleichen Jahr, am 14. März 1618, erblickte Jobst von Brielen, Vlothos großer Sohn, der einmal als Finanzgenie in unsere Vlothoer Heimatgeschichte eingehen sollte, hier das Licht der Welt.    Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

zollamtStichwort Zollamt

Schon 1193 besaß Vlotho ein Zollamt. Es war eines von 26 Zollstätten an der Weser, welche von jedem Schiff eine Abgabe erhoben. Im Jahre 1746 erbrachte der Vlothoer Weserzoll über 2000 Taler. 1841 wurde es ein Binnenzollamt, das auf die zollfrei eingeführte Ware (vor allem Tabak), welches im benachbarten Lagerhaus lag, einen Einfuhrzoll erhob. Das Zollamt befand sich damals in einem Nebengebäude des Fährhofes.

1866 schon hatte die Lagerhausgesellschaft eine Zollstation nicht nur befürwortet, sondern ihr auch durch eine Schenkungsurkunde den Boden bereitet. 750 Taler, damals eine beträchtliche Summe, wurden für den Bau gestiftet. Die interessierten Firmen kalkulierten richtig. Ihre Spende zahlte sich aus: Das Lagerhaus wurde zur Rücklage-Zentrale der importierten Tabake im gesamten Heimatgebiet mit dem Vorteil, gleich nebenan den Zoll abladen zu können.           

1869 stand das Zollgebäude an der Lagerhausstraße (später: Bismarckstraße). Es enthielt je eine Wohnung für den Einnehmer und den Amtsdiener.

Im Jahre 1884 gehörten zum Zollamt acht Beamte. 1933 wurde das Gebäude erweitert und restauriert.

Das Zollamt verlor nach und nach an Bedeutung, so dass zuletzt nur noch 4 Beamte tätig waren. Am 1. August 1966 wurde das Zollamt an der Bismarckstraße Nr. 8 geschlossen. Alle bisherigen Aufgaben übernahm nun das Zollamt Bad Oeynhausen. Das Gebäude wurde 1981 abgerissen.

 

kloster

Spurensicherung

Stichwort Kloster Segenstal

Das Kloster wurde am 16. März 1258 in der Wasserburg Schune gegründet, welches in der Nähe zur Weser lag. Da dieser Bereich aber Hochwasser gefährdet war, ist das Kloster 1288 auf das Grundstück der heutigen St.- Stephans-Kirche verlegt worden. Das Kloster wurde Nonnen des Zisterzienserordens übergeben. Im 14. und 15. Jahrhundert ging es Kloster und Stadt sehr schlecht. Die Gebäude verfielen. Außerdem ließ die Zucht im Kloster zu wünschen übrig. Um 1430 wurden die Nonnen von Mönchen abgelöst. Im Jahre 1535 lebten nur noch vier Mönche in den Resten des Klosters Segenstal. Der letzte Pater - ein Mönch namens Lambertus - soll um 1560 gestorben sein, dann wurde das Kloster aufgelöst. Zu dieser Zeit waren allerdings nur noch Fragmente der Klosteranlage übrig. Als letztes noch brauchbares Gebäude wurde das ehemalige Kapitelhaus zum Schulhaus umfunktioniert. Als dieses 1654 abgebrochen wurde, verschwand die Erinnerung an das Kloster Segenstal aus der Stadt.

Eine ausführliche Geschichte über das Kloster Segenstal finden Sie hier.   kloster-segenstal-geschichte-info

 

schune-karte-alt-45hStichwort Wasserburg Schune

Die Wasserburg Schune (abgeleitet von Scheune, Scheuer) lag an der Mündung des Forellenbaches. Wann die Burg Schune entstanden ist, wissen wir nicht. Es mag um das Jahr 1000 gewesen sein. 1258 überließ Heinrich von Oldenburg, der inzwischen die Burg auf dem Amtshausberg gebaut hatte, Burg und Mühle dem neu gegründeten Kloster Segenstal. Den Nonnen wurde es aber so dicht an der Weser zu ungemütlich. Sie siedelten nach etwa 30 Jahren um zum St.-Stephans-Kirchplatz. Die Burg zerfiel im Laufe der Zeit und war 1556 nur noch ein Steinhaufen.

Heute ist von der Anlage nichts mehr erhalten.   schune-gesch-logo

 

klostermuehle-xStichwort Klostermühle
Bei den umfangreichen Erdarbeiten, die bei der Verlegung des Forellenbaches im August 1972 angefallen sind, stieß man auf die Übereste und Fundamente der ehemaligen Klostermühle und dessen Sägewerk im Bereich der Mühlenstraße. Sie stellen den Rest des ältesten Gebäudes dar, das schon lange vor der St.-Stephans-Kirche bestand. Die Mühle brannte am 16. Juli 1928 ab, und wurde nicht wieder aufgebaut.

Mehr zu dieser Klostermühle und Vogt Sägewerk finden Sie auf der Seite "Mühlen"
 

Links: der Lageplan

Mühlenstraße

Stichwort Mühlenstraße

Von den rund 320 Straßennamen im Vlothoer Stadtgebiet blicken nur wenige auf ein hohes Alter zurück, da die meisten Straßen in den nach der Jahrhundertwende auf den Berghängen entstandenen Siedlungsgebieten liegen. In dem Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556 wird als einzige Straße die „Molenstraße" genannt. Es ist die heutige Mühlenstraße, die ihren Namen nach der schon 1258 vorhandenen Mühle erhalten hatte. Sie hörte früher am Forellenbach auf. Die Verbindung zur Bismarckstraße ist erst im Jahre 1865 ausgebaut worden.

 

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Stadtplan, die Innenstadt 1963

Mühlenstraße um 1960.

August Lücking -

Nähe Mühlenstraße.

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muehlenstr-um1962

Der Ausschnitt einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1915 zeigt die Mühlen- und Bismarckstraße. In der Mitte ist die Villa von Dr. Brand Mühlenstraße Nr. 18 sichtbar. Später kaufte die Firma Niemann & Tintelnot dieses Haus. Als Bewohner zog Herr Neumann, Prokurist von N&T, ein. Die Villa wurde um 1976 abgerissen.

 

Auf diesem Foto ist der größte Teil der Mühlenstraße zu sehen. Auffällig ist, dass hier noch das Sägewerk Vogt vorhanden ist und die Kleinbahnschienen bereits demontiert sind. Im Hintergrund ist noch Holzhandlung Sturhan vorhanden, die später auch den Bereich räumen musste.  Foto: um 1963.

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Der Kaisersaal - Abbildung einer Postansichtskarte  die im Mai 1904 abgestempelt wurde.

Stichwort Kaisersaal

Der Kaisersaal an der Mühlenstraße

Das "Deutsche Kaiserreich" ist die Bezeichnung für das Deutsche Reich zwischen 1871 und 1918. In diesem Zeitraum entstand auch der Kaisersaal an der Mühlenstraße in Vlotho. Leider ist das genaue Baujahr nicht mehr festzustellen, doch man weiß, dass der Bau vor 1894 erfolgt ist. Ab 1881 betrieb August Sonntag (*1839 †1917) in dem früheren Becker’schen Hause „Vlotho Nr. 100“ ein Kaufmann-Gewerbe, was aber nicht ertragreich war. Daraufhin wollte er in dem Hause eine Gaststätte errichten, doch das wurde zunächst abgelehnt. Fünf Jahre später ein zweiter Anlauf. Diesem neuerlichen Konzessionsgesuch gab Amtmann Müller am 11. April 1886 statt. Somit konnte August Sonntag endlich seine Gastwirtschaft eröffnen (heute „Alt Heidelberg“ Lange Straße Nr. 70).

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.               kaisersaal-gemaelde-info                     

muehlenstr11-um1975-starbildStichwort Mühlenstraße Nr. 11

Das Haus Mühlenstraße 11 ist viel älter als das heutige Aussehen vermuten lässt. Einst trug es die Hausnummer Vlotho 107. Da das Fachwerkgebäude Lange Straße 72 (heute Fernseh-Pollok) in jener Zeit die Nr. Vlotho 109 trug und 1703 erbaut worden ist, muss das Haus Mühlenstraße „Vlotho 107“ kurz davor erbaut worden sein. Damals wurden die Hausnummern in der Reihenfolge der Errichtung vergeben.

Im 18./19. Jahrhundert hat es angeblich als Wirtschaftsgebäude zum Kloster Segenstal gehört, davon zeugen heute noch die Gewölbe im Untergeschoss des Haupthauses sowie im Anbau.

Wenn die Weser Hochwasser führte, was damals häufig vorkam, drang der angestaute Forellenbach bis ins Untergeschoss vor.   Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

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Mühlenstraße 17

Fahrschule G. Klimpel

Mühlenstraße 15

Wohnhaus K. Schlinck

Mühlenstraße 13

Wäscherei Edelweiss

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Altstadt-Pension von Wolfgang Kreideweiß - Eröffnet Sonntag 22. Mai 2016

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