Die kath. Kirche an der Herforder Straße.

Der Kirchturm wurde 1907 errichtet und der neue Kirchenteil erst 1972.

 

Beide Foto: 2009.

 

 

 

 

Katholische Kirchengemeinde

Heilig-Kreuz Vlotho

 

 Letzter Pfarrer: Konrad Kobinski     

 

 

Die katholische Kirche Heilig Kreuz ist die zweitälteste katholische Kirche im Kreis Herford. Von 1560 bis 1672 durften die Katholiken in Vlotho keinen öffentlichen Gottesdienst halten. Es gab dann 1624 den vergeblichen Versuch zur Reorganisation der katholischen Gemeinde durch die Jesuiten in Düsseldorf, die mit dem früheren Zisterzienserkloster in Vlotho in Verbindung standen Der Rektor des Düsseldorfer Jesuitenklosters sandte mit Beauftragung des damaligen katholischen Landesherrn, Kurfürst Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg (1620 - 1647) den Pater Johannes Grunfeld SJ. Dieser Pater hielt vom 5.Oktober 1624 bis April 1625 öffentlichen katholischen Gottesdienst in der St. Stephanskirche. Aufgrund großer Schwierigkeiten bat Pater Grunfeld um Versetzung. Einer der Gründe war der Abzug der zu dieser Zeit stationierten Truppen, die den katholischen Gottesdienst fast allein besuchten. Trotz des immer stärker werdenden Protestantismus seit 1560 blieb die katholische Religion in Vlotho bestehen, obwohl die Zahl der Katholiken sich ständig verringerte. Die katholische Familie von der Horst, die das Gut Deesberg besaß, nahm für sich in ihrem Amtshaus das Recht der privaten Ausübung ihres Glaubens. Johann von der Horst hielt bis zu seinem Tod sogar einen ständigen Geistlichen in seinem Haus. Sein Sohn Arnold Christoph von der Horst ließ dann aber regelmäßig für Gottesdienst und Spendung der Sakramente Mönche aus Bielefeld und Minden kommen. Dazu eingeladen waren immer die wenigen Katholiken aus Vlotho. Der betreffende Franziskanerpater wurde von dem Droste von der Horst unterhalten. Nach einigen Jahrzehnten änderten sich die Besitzverhältnisse auf Gut Deesberg. Zunächst war ein Protestant Besitzer und später der preußische Staat. Die Ausübung des katholischen Glaubens durch die Franziskaner war weiter gestattet. Durch den Religionsvergleich zwischen dem Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, dem Grafen von Ravensberg und dem Pfalzgrafen von Bayern, Phillipp Wilhelm, wurde am 26. April 1624 den Katholiken in Vlotho und Umgebung (Herford, Bielefeld, Schildesche und Stockkämpen) das Recht zur öffentlichen Ausübung der Religion, zur Ausübung öffentlichen Gottesdienstes, zur Erbauung von Kirchen, Kapellen und Schulen, gewährt. Die Katholiken in Vlotho versuchten vergeblich, die St. Stephanskirche zurückzuerhalten.

 

Von 1737 bis 1741   wurde außer der Kapelle in Deesberg in einer Papiermühle in Vlotho öffentlicher katholischer Gottesdienst abgehalten. Den Franziskanern in Bielefeld ist es zu verdanken, dass der Katholizismus im Ravensberger Land nicht zugrunde ging.

 

 

 

Die eigentlichen Stifterinnen und Begründerinnen der „Vlothoer Mission" (das älteste Kirchensiegel trägt die Inschrift >Missio Vlothensis nebst einem Kreuz, darüber steht spes mea = meine Hoffnung) waren die beiden Schwestern von Amstenradt, Schloss Ovelgönne / Bad Oeynhausen. Sie verfügten, dass ihr ganzes Rittergut Ovelgönne die Vlothoer Mission erhalten soll.  Ihre Gemälde sind als Leihgabe der Gemeinde im Schloß Ovelgönne zu besichtigen. Mit der Begründung, dass der Franzikaner Orden im kanonischen Recht der

Die beiden Schwestern "von Amstenradt"

Anna Lukretia

1656 - 1733

Magaretha Magdalena

1661 - 1737

Armut lebt und somit kein Vermögen besitzen darf, wurde der Besitz des Rittergutes abgelehnt und fiel an den preußischen Staat. Nach langen und zähen Verhandlungen und nachdem 1000 Tlr. an die Rekrutenkasse Friedrich Wilhelms I. und 500 Tlr. an das Potsdamer Waisenhaus gezahlt waren, kam 1738 die Genehmigung zum Bau einer Kirche. Die Stadt Vlotho bestand auf den Kirchenbau weit außerhalb der Stadt im Rahlbruch. Dies geschah im Jahr Jahr 1740 und 1741. Am 8. September, dem Fest Maria Geburt, wurde in der neuen Kirche der erste Gottesdienst gefeiert.

Das Pfarrhaus wurde an die Kirche angebaut. 1869 wurde diese durch den Anbau des Chores erweitert. 1907 wurde der jetzt unter Denkmalschutz stehende Turm gebaut. Im Turm hingen 3 Glocken. 2 davon mussten im I. Weltkrieg abgegeben werden. 1935 wurden diese durch neue ersetzt, die aber 1942 ebenfalls wieder für Kriegszwecke abgegeben werden mussten. Bis 1995 hatte der Turm nur eine Glocke. Im Dezember 1996 wurde die 2. Glocke und 2007 die dritte Glocke zum 100 jährigen Turmjubiläum angeschafft. Ebenfalls abgegeben werden mussten 1917 die Orgelpfeifen aus Zinn, die zu einer vor dem Jahr 1800 stammenden Orgel gehörten. 1954 und 1969 wurde die Kirche renoviert. 1968 wurde das neue Pfarrhaus gebaut. Die alte Kirche wurde abgerissen, nur der Turm blieb stehen und 1971/1972 wurde dann die neue Kirche gebaut. Am 3.12.1972 wurde die neue Kirche eingeweiht. Während der Zeit des Neubaues hatte die Gemeinde Gastrecht in der ev.luth. Kirche St. Stephan. Auch das alte Pfarrzentrum war zu klein geworden. 1983 konnte die Gemeinde das neue Pfarrheim benutzen. Diese wurde sehr schön an die Kirche angebaut. Das alte Pfarrheim wurde zur Friedhofskapelle umgebaut.

Im Besitz der Kirche sind einige, von unbekannten Stiftern geschenkte, Kunstwerke: das spätgotische Altarkreuz aus der Zeit um 1450, eine Pieta aus der gleichen Zeit und eine ehemaliges Altarbild, das die Kreuzabnahme Christi darstellt. Dieses Bild wurde 1743 von Johanne Elisabeth Herstein der Gemeinde geschenkt. Geschätzt wird, dass der in Eiche geschnitzte Rokoko-Taufstein älter als die Kirche ist. Im Diözesanmuseum in Paderborn befindet sich das Mindener Missale von 1513 und die Mindener Agende von 1522. Seit 1995 ist Konrad Kobinski Pfarrer in Heilig Kreuz, sein Vorgänger war von 1983 bis 1995 Pfarrer Arnold Blankenheim

Seit 1974 gehört die St. Hedwigs - Kirche in Exter in Seelsorge und Verwaltung zu Heilig Kreuz Vlotho.

 

(Quellenangabe: Chronik der Gemeinde und Geschichte der Stadt Vlotho, Dr. Grossmann, S. S. 335/336)

 

 

Die Pfarrer der kath. Kirchengemeinde Heilig-Kreuz Vlotho in der Übersicht:

 

1815-1852

1854-1870

1870-1887

1888-1895

1895-1903

1903-1915

1915-1922

1922-1932

1932-1942

1942-1948

1948-1965

1965-1968

1968-1980

1981-1995

1995-2015

 

 

Eugenius Wansing
Dr. Henricus Liemke
Franziskus Hellhake
Josephus Wichmann
Franz Peters
Hubert Patrzek
Johannes Wegener
Friedrich Liefländer
Theodor Kalkuhl
Hubert Eulerich
Josef Kemper
Johannes Eschrich
Johannes Wienand
Arnold Blankenheim

Konrad Kobinski

Ab Herbst 2015 Pfarrer Alfred Runte aus Bad Oeynhausen jedoch ohne feste Pfarrstelle.

 

Stand: August 2015

 

 

 

Die erste katholische Kirche am Rahlbruch, erbaut 1740 und 1741. Am 8. September 1741, dem Fest Maria Geburt, wurde in der neuen Kirche der erste Gottesdienst gefeiert.