Eine Zeichnung vom Gut Deesberg, vor 1925 mit Werk II+III.

 

 

 

Fortsetzung:

 

Im Jahr 1914 kaufte Hermann Rolfsmeyer sen. (*1870 - †1958) den Komplex. Er war ein Bauernsohn aus dem ostwestfälischen Löhne. Rolfsmeyer brachte neuen Schwung in die Deesberger Gutswirtschaft- und in die Ziegelei. Es folgte in den 1920er Jahren der Ausbau des Ziegeleibetriebes, dabei wurden ein neuer Ofen in Betrieb genommen und die Trocknerei erweitert. Produziert wurden Verblender, Mauersteine, Pflasterklinker und Dränageröhren, vor allem aber Dachziegel, „welche durch unbegrenzte Wetterfestigkeit und schöne rote Farbe sich bestens bewährt haben“, wie es in einer Werbeanzeige aus jener Zeit hieß. Insgesamt verließen jährlich 5 Mio. Stücke die beiden Ringöfen.

Bald (um 1921) entstand auf den Gutsflächen eine zweite Fabrik und in Vlotho Bonneberg wurde die Ziegelei Kruse & König übernommen. Schließlich wurde in Steinhagen noch ein drittes Werk betrieben, das aber Anfang der 1940er Jahre wieder verkauft wird.

Den größten Aufschwung erlebte die Ziegelei in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945. Um 1950 verließen bis zu 10 Mio. Ziegel das Werk, in dem 120 Beschäftigte arbeiteten. In den Jahren 1942/43 erfolgte der Bau der Bremsbergbrücke über die Straße und damalige Reichsbahnstrecke in den „Schieferberg“ (eigener Steinbruch für den Schiefertonabbau). Die älteren Vlothoer werden sich sicherlich noch daran

 

 

erinnern, als die Loren in luftiger Höhe den Ton über die Straße beförderten. 1952 übergab Hermann Rolfsmeyer sen. den Besitz an seinen Sohn Hermann Rolfsmeyer jun. (*1905  - †1973). 1953 wurde das Werk Bonneberg verkauft und die Herstellung auf das Stammwerk konzentriert. 1954 erhalten die Ziegelwerke Gut Deesberg noch einen Ferngasanschluss, der für die Dachziegelproduktion wertvoll ist. Aber alle Bemühungen, konkurrenzfähig zu bleiben, können den Erhalt des bekannten Unternehmens nicht mehr lange sichern. 1962 wurde der Ziegeleibetrieb eingestellt. Heutiger Eigentümer des Gutes ist Arnulf Rolfmeyer (geb. 1951).

 

 

Post-Ansichtskarte vom Deesberg

Sie erinnert an alte Zeiten des Besitzers Hentzen.

 

 

Unveränderter Originaltext

 

Herzl. Gruss aus Deesberg

sende ich Dir liebe Marie herzlichen Dank für Deine lieben Zeilen und den Kaffee, ferner möchte ich Dich nun um dein  (Wort nicht lesbar) bitten die lag nicht dabei. Ich habe sehr viel Besuch und komme garnicht zum Briefe (Wort fehlt). Deshalb diese Karte schreibe grüße ich Dich auch meine Kinder grüßen auch herz  lich. Habe wohl es (Wort nicht lesbar). Auch in aller Freundschaft  (Wort nicht lesbar) Gertrud

Ist diese Karte nicht hübsch!

 

 

 

Gut Deesberg, im Vordergrund die Weser.

Aufgenommen aus Richtung Uffeln - Foto: 2012.