Loccum

 

 

Der Namensursprung von Loccum wird im Namen Lucca gesehen. Es gab hier ein Adelsgeschlecht derer von Lucca, Erbauer der Luccaburg. Die Namensherkunft könnte im Slawischen liegen, wo Lucca als Ausdruck für dt. 'Wiese' gedeutet werden kann. Es wird vermutet, dass sich hier im sächsischen Siedlungsraum um das 8. Jahrhundert slawischsprachige Wenden niederließen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Loccum

 

 

 

 

Im Urkundentext: „locum in Lukka . . . obtulerunt‟ = den Platz/Ort in Lukka ... geschenkt haben.

 

Anscheinend hat ein späterer Verwalter der Klostergüter außen auf der Urkunde alle Schenkungsteile notiert, sozusagen als handliches Inhaltsverzeichnis.

Ausgangspunkt ist die Schenkung „locum in Lukka‟.

Wenn Lukka allgemein die Gegend um die Luccaburg meint, dann wird hier ein Platz, ein Ort in dieser Gegend dem Kloster geschenkt.

Durch den späteren Vermerk „Locum in Lukka‟ außen auf der Urkunde könnte die allgemeine Bezeichnung „locum‟ zur Bezeichnung für das neue Kloster geworden sein.

Die sprachliche Nähe zu „Lukka‟ hat wahrscheinlich zu dieser Übertragung beigetragen.

Ebenso legt die Schreibung auf der Urkunde diese Deutung nahe: Im Gegensatz zum Urkundentext ist „Locum‟ großgeschrieben und die übrigen Schenkungsteile folgen mit unterordnenden Spiegelstrichen.

 

Die verschiedenen Schreibweisen lassen sich folgendermaßen erklären:

Ø  Es gab keine amtlich geregelte einheitliche Schreibweise.

Ø  Räumlich: Sprachliche Abweichungen konnten bereits im nächsten Dorf auftreten.

Ø  Zeitlich: Das „Inhaltsverzeichnis‟ wurde später geschrieben. Bis dahin hatten sich bereits Änderungen in der Aussprache und damit in der Schreibung ergeben.

 

 

„Inhaltsverzeichnis‟ der Urkunde/ in Übersetzung

mit Anmerkungen aus dem Calenberger Urkundenbuch (1858)

 

Sutvelde/Suthvelde

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Sutfeld‟ soll südwestlich von Loccum gelegen haben.

 

Wagenrode/Wagenrothe

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Wagenroth‟ lag zwischen Loccum und Wiedensahl, wo der Wagenroder Kirchhof und Teich den Namen führen.

 

Wisenhorst/Wisinhorst

 

Brockmöle/die Mühle im Bruch (Bruchmühle)

Ø  Calenberger Urkundenbuch, Urk. 6: „die dem Kloster Loccum geschenkte Mühle im Leeser Bruche (zwischen Leese und Rehburg)‟

 

Hasbike/Hasbike

Ø  = Asbike (s.u.)

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Asbeke, Hasbeck, Esbeke‟ lag in der Rehburger Feldmark.

 

Hatten/Hatten

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch:  Hattelen, „Hatten‟ lag zwischen Rinteln und Eisbergen in der Nähe des Klosters Möllenbeck, wo der Hatteler Weg und die Hatteler Brücke sich befinden.‟

 

Mydilin/Mydelin

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Mehle (im Kirchspiel Selze, Amt Poppenburg)

 

 

Witenburch/Witenburch

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Wittenburg (Kirchdorf im Amte Calenberg)

 

Wulvesbryne/Vulvesburne

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Wulveszborne und Hukeszhole liegen zwischen Münchehagen und dem Lockerberge.‟

 

Hukeshole/Hukishole

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Wulveszborne und Hukeszhole liegen zwischen Münchehagen und dem Lockerberge.‟

 

Bredenhorst/Bredenhorst

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Meringhen lag zwischen Loccum und Schlüsselberg, wo demnach auch der „Bredehorst‟ zu suchen ist.

 

Thetwardesdorpe/Thehwordesthorpe

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Tiewardestorpe, Thetwardestorpe, Dedeverdestorpe, Tederstorpe‟ lag zwischen Wunstorf und Dümmer, wo das Feld Deistorp und der Deistorper Kirchhof seinen Namen tragen.

 

Novalia iuxta Bremam/Neubruch nahe Bremen

 

Bolenhusen/Bolenhusen

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Ueber die Lage von „Bolnhusen‟ sagt die Urkunde vom 5. Januar 1429 im Archive Heiligenrode: „jacente ante Castrum Drakenborch‟, wo nach Holtorf zu der Bollhuser Kamp sich an die Gärten von Drakenburg anschließt.

 

Hupethe/Hupethe

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Hüpede (Kirchdorf im Amt Calenberg)

 

Maleberg/Maleberg

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Mellbergen (im Kirchspiel Gohfeld, Gerichtsbezirk Vlotho)

 

Letere/Lethere

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Letter (im Kirchspiel Seelze, Amt Blumenau)

 

Ingrun/Ingrimme

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Ingrun (Engern, Amt Rinteln)

 

Berkerk(in)/Bergkerkin

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Bergkirchen (Lippe-Schauenburg)

 

Asbeke/Asbike 

Ø  = Hasbike(s.o.)

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Asbeke, Hasbeck, Esbeke‟ lag in der Rehburger Feldmark.

 

Verdessen/Verdissen

Ø  Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Verdeshen‟ lag bei Elbagsen im Amte Calenberg.

 

    Texterstellung: Michael Marquard

 

 

 

Schreibweise der Ortsbezeichnungen in der Übersetzung

 

Schreibweise der Ortsbezeichnungen auf

der Urkundenrückseite

 

Heutige  Ortsbezeichnungen  und Anmerkungen

 

 

Loccum

 

Suthvelde

 

Wagenrothe

 

Wisinhorst

 

die Mühle im Bruch

 

Hasbike (=Asbike, s.u.)

 

Hatten

 

Mydelin

 

Witenburch

 

Vulvesburne

 

Hukishole

 

Bredenhorst

 

Thehwordesthorpe

 

Neubruch nahe Bremen

 

Bolenhusen

 

Hupethe

 

Maleberg

 

Lethere

 

Ingrimme

 

Bergkerkin

 

Asbike (=Hasbike, s.o.)

 

Verdissen

 

Vlotowo

 

 

 

Locum in Lukka

 

Sutvelde

 

Wagenrode

 

Wisenhorst

 

Brockmöle

 

Hasbike

 

Hatten

 

Mydilin

 

Witenburch

 

Wulvesborne

 

Hukeshole

 

Bredenhorst

 

Thetwardesdorpe

 

Novalia iuxta Bremam

 

Bolenhusen

 

Higerte

 

Maleberg

 

Letere

 

Ingrun

 

Berkerkin

 

Asbeke

 

Verdessen

 

 

 

 

Loccum

 

Südfelde bei Petershagen

 

Durch Überschwemmung der Weser zu Grunde gegangen

 

Durch Überschwemmung der Weser zu Grunde gegangen

 

 

 

 

 

lag bei Rinteln - Nähe Möllenbeck

 

 

 

 

Wittenburg

 

Wulvesquelle od. -brunnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Engern b. Rinteln

 

Bergkirchen /Schaumburg Lippe

 

Asbach

 

 

 

 

Vlotho

 

 

In alten Schriftstücken wird Vlotho auch wie folgt genannt:

Vlauthe,   Vlotowe,   Vlothowe,   Vlotho

Diese Spalte wird bei neuen Erkenntnissen noch weiter vervollständigt. Stand: 2014.