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Im Urkundentext: „locum
in Lukka . . . obtulerunt‟ = den Platz/Ort in Lukka ...
geschenkt haben.
Anscheinend hat ein
späterer Verwalter der Klostergüter außen auf der Urkunde alle
Schenkungsteile notiert, sozusagen als handliches
Inhaltsverzeichnis.
Ausgangspunkt ist
die Schenkung „locum in Lukka‟.
Wenn Lukka allgemein
die Gegend um die Luccaburg meint, dann wird hier ein Platz, ein
Ort in dieser Gegend dem Kloster geschenkt.
Durch den späteren
Vermerk „Locum in Lukka‟ außen auf der Urkunde könnte die
allgemeine Bezeichnung „locum‟ zur Bezeichnung für das neue
Kloster geworden sein.
Die sprachliche Nähe
zu „Lukka‟ hat wahrscheinlich zu dieser Übertragung beigetragen.
Ebenso legt die
Schreibung auf der Urkunde diese Deutung nahe: Im Gegensatz zum
Urkundentext ist „Locum‟ großgeschrieben und die übrigen
Schenkungsteile folgen mit unterordnenden Spiegelstrichen.
Die verschiedenen
Schreibweisen lassen sich folgendermaßen erklären:
Ø
Es gab keine amtlich geregelte einheitliche
Schreibweise.
Ø
Räumlich: Sprachliche Abweichungen konnten bereits
im nächsten Dorf auftreten.
Ø
Zeitlich: Das „Inhaltsverzeichnis‟ wurde später
geschrieben. Bis dahin hatten sich bereits Änderungen in der
Aussprache und damit in der Schreibung ergeben.
„Inhaltsverzeichnis‟ der
Urkunde/ in Übersetzung
mit Anmerkungen aus dem
Calenberger Urkundenbuch (1858)
Sutvelde/Suthvelde
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Sutfeld‟
soll südwestlich von Loccum gelegen haben.
Wagenrode/Wagenrothe
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Wagenroth‟
lag zwischen Loccum und Wiedensahl, wo der Wagenroder Kirchhof
und Teich den Namen führen.
Wisenhorst/Wisinhorst
Brockmöle/die Mühle
im Bruch (Bruchmühle)
Ø
Calenberger Urkundenbuch, Urk. 6: „die dem Kloster
Loccum geschenkte Mühle im Leeser Bruche (zwischen Leese und
Rehburg)‟
Hasbike/Hasbike
Ø
= Asbike (s.u.)
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Asbeke,
Hasbeck, Esbeke‟ lag in der Rehburger Feldmark.
Hatten/Hatten
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Hattelen,
„Hatten‟ lag zwischen Rinteln und Eisbergen in der Nähe des
Klosters Möllenbeck, wo der Hatteler Weg und die Hatteler Brücke
sich befinden.‟
Mydilin/Mydelin
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Mehle (im
Kirchspiel Selze, Amt Poppenburg)
Witenburch/Witenburch
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Wittenburg
(Kirchdorf im Amte Calenberg)
Wulvesbryne/Vulvesburne
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch:
„Wulveszborne und Hukeszhole liegen zwischen Münchehagen und dem
Lockerberge.‟
Hukeshole/Hukishole
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch:
„Wulveszborne und Hukeszhole liegen zwischen Münchehagen und dem
Lockerberge.‟
Bredenhorst/Bredenhorst
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Meringhen
lag zwischen Loccum und Schlüsselberg, wo demnach auch der
„Bredehorst‟ zu suchen ist.
Thetwardesdorpe/Thehwordesthorpe
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch:
„Tiewardestorpe, Thetwardestorpe, Dedeverdestorpe, Tederstorpe‟
lag zwischen Wunstorf und Dümmer, wo das Feld Deistorp und der
Deistorper Kirchhof seinen Namen tragen.
Novalia iuxta Bremam/Neubruch nahe Bremen
Bolenhusen/Bolenhusen
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Ueber die
Lage von „Bolnhusen‟ sagt die Urkunde vom 5. Januar 1429 im
Archive Heiligenrode: „jacente ante Castrum Drakenborch‟, wo
nach Holtorf zu der Bollhuser Kamp sich an die Gärten von
Drakenburg anschließt.
Hupethe/Hupethe
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Hüpede
(Kirchdorf im Amt Calenberg)
Maleberg/Maleberg
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Mellbergen
(im Kirchspiel Gohfeld, Gerichtsbezirk Vlotho)
Letere/Lethere
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Letter (im
Kirchspiel Seelze, Amt Blumenau)
Ingrun/Ingrimme
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Ingrun
(Engern, Amt Rinteln)
Berkerk(in)/Bergkerkin
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: Bergkirchen
(Lippe-Schauenburg)
Asbeke/Asbike
Ø
= Hasbike(s.o.)
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Asbeke,
Hasbeck, Esbeke‟ lag in der Rehburger Feldmark.
Verdessen/Verdissen
Ø
Anmerkung im Calenberger Urkundenbuch: „Verdeshen‟
lag bei Elbagsen im Amte Calenberg.
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