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Stichwort Vlothoer Heimatmuseum / Heimatstube

Der Gedanke, eine „Vaterländische Sammlung" in der alten Veranda auf dem Amtshausberg einzurichten, tauchte zuerst schon im Jahre 1898 auf. Ein Jahr später wurde der Ankauf eines Schrankes beschlossen.

Der Zeitschrift „Grenzboten" vom 25.2.1897 folgend erließ ein Komitee in Vlotho 9. 4.1904 einen Aufruf Gegenstände zu spenden für eine vaterländische Sammlung. Diese zuerst gestifteten Gegenstände sollten im Rathaus und bei Rektor Baumeister für das Altertumsmuseum auf dem Burggelände Amthausberg abgegeben werden, und zwar:

 

2 gut erhaltene Reiterpistolen von Amtmann Brüggenschmidt

2 alte Stahlstiche von Kaufmann Nolting

2 naturhistorische Gebilde aus der Burgstraße 1895 von A. Steinberg

1 Nadelbüchse aus Holz und zum Aufwickeln von 4 verschiedenen Garnsorten von einem gefangenen französischen

   Soldaten (privat 18.8.1870)

6 alte Münzen von Tischlermeister Nolting am Winterberge 1904 (davon 1 in Silber 1754)

4 alte Münzen von Zigarrenarbeiter Hünefeld (1 dän. und 1 belg.)

1 Steinkeil (Feuerstein von Schüler Hermann Conrad, bei Bauer Hoberg, Valdorf-West Nr. 9)

1 Kanonenkugel vom Schüler Wilhelm Schleef, am Winterberg

1 altes Gesangbuch von 1811 und 1 Gniggelkugel zum Malen der Kaffeebohnen von Gastwirt Friedrich Klocke

1 altes Gesangbuch von 1788 und 1 alte Zeitung vom 18.8.1858 (Hann.Tagebl. vom Schuhmachermeister Lipskoch)

1 Säbelscheide von der Schwedenschanze, 1 Granatsplitter preußische Festung Soissons 1870/71 und 1 Schutzbrief

   von 1724, gefunden in Holstein 1771 von Carl Lambrecht am Schifferkamp (über Scherenbrink, Ebenöde)

Die Leitung in dieser Zeit hatte August Baumeister, Rektor a. D., Lange Straße Nr. 127.

 

Diese Liste wurde von Günter Apke zur Verfügung gestellt (Okt. 2012).

 

 

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Links ist das erste Vlothoer Heimatmuseum auf dem Amtshausberg zu erkennen.  Daneben das damalige Burgrestaurant. Abb. Teil einer Ansichtskarte von 1909.

 

 

Nach einem Umbau (Jahr?) ergab sich diese Ansicht. Dieses Foto stammt aus der Sammlung des Vlothoer Amtsbürgermeister Dr. Paul Schildwächter von 1934.

 

Untergebracht wurde die Sammlung in einer kleinen Holzbaracke (ca. 8m B x 7m L) die links neben dem heutigen Burgrestaurant stand. Nach und nach lebte das „Heimatmuseum“ auf - Vorgänger der heutigen Heimatstube. Ferner lagerten dort u. a. Balken, Spinnräder, Hufeisen und viele andere Utensilien, die in einem Heimatmuseum zu finden sind und heute noch teilweise in der jetzigen Heimatstube ihren Platz haben. Den Mittelpunkt bildete eine große Schmetterlingssammlung. Das Heimatmuseum war dreimal in der Woche und am Sonntag jeweils nachmittags geöffnet. Eine freundliche Person zog die Leinenvorhänge an den Fenstern zur Seite und für 5 Pfennig Eintrittsgebühr durfte man die Schätze bestaunen.1939 wurde dieses Museum und der Bismarckturm im Zuge der geplanten Umgestaltung der Burg abgerissen. Die Exponate wurden erst einmal im Jugendhof eingelagert. Als von 1964 bis in die  1980er Jahre die Stadt

 

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Innenansicht des ersten Vlothoer Heimatmuseums auf dem Amtshausberg. Mit auf dem Foto ist

Heinrich Brackmann als Aufseher des Museums. Im Beruf war er Fabrikaufseher und wohnte 1936

 im Haus Herforder Straße Nr. 11. Foto: 1935

 

saniert wurde und dafür etliche alte Häuser auf der Abrissliste standen, setzte sich der Heimatverein für den Erhalt von Inneneinrichtungen und vielerlei Gegenständen ein.

So wurden etliche nostalgische Gegenstände vor dem Verlust gerettet. Das Museum fand nun einen neuen Platz. In der ehemaligen Zigarrenfabrik Schöning an der Langen Straße Nr. 53 entsteht ab 1979 ein Ausstellungsraum von annähernd 500 Quadratmetern.

Schließlich fand die Öffnung der Heimatstube in der Schöning'schen Fabrik am Samstag den 17. Oktober 1981 um 14 Uhr statt. Die ersten Besucher der „Heimatstube" waren die Mitglieder und Freunde des Vlothoer Heimatvereins. Für die Vlothoer Bürger fand zunächst kein Zugang statt. Erst 1985 wurde die Heimatstube, anlässlich der 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Vlotho, dem breiten Publikum zugänglich gemacht.

 

Stand: 2014

 

 

 

Aus der Heimatstube wurde ein Heimatmuseum
Fast ein Jahr wurde an der Umgestaltung dieser Einrichtung gewirkt - vor allem unter der Federführung der Ehepaare Udo Kohlmeier und seiner Frau Ursel sowie Bernd Büschenfeld und Frau Babara, die die heimatgeschichtliche Sammlung des Vereins zur Historie von Alt-Vlotho gesichtet und neu geordnet haben.

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Ursel

Kohlmeier

Bernd

 Büschenfeld

Babara

 Büschenfeld

 

 

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Eröffnungsfoto v.l.: Landrat Jürgen Müller,  Bürgermeister Rocco Wilken, Bernd Theine,  Udo Kohlmeier und Kurt Knäble. Am Tisch verfolgen Rolf Dieter Weishaar und seine Frau Helga aufmerksam die Ansprachen. Foto: Mai 2017

 

In der Feierstunde am 7. Mai 2017 konnte Heimatvereins-Geschäftsführer Bernd Theine die neue Räumlichkeit nun offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Zu dieser Feierstunde begrüßte er Landrat  Jürgen Müller, Bürgermeister Rocco Wilken sowie Vertreter von Heimatverein, Kreisheimatverein, Geschichtswerkstatt Exter sowie aus Politik und Verwaltung.
 

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Einblick in das neu gestaltete Heimatmuseum. Foto: 2017

 

Heimatvereins-Geschäftsführer Bernd Theine hatte zuvor in seiner Eröffnungsansprache insbesondere dem Team um Udo Kohlmeier, Bernd Büschenfeld und Kurt Knäble für die engagierte Neugestaltung der Sammlung gedankt.

Bürgermeister Rocco Wilken forderte in seinem Grußwort (Button Ansprache) den Applaus der Festgesellschaft für diese »Perle Vlothos« ein. »Es ist ein Museum zum Anfassen geworden, dem man ansieht, dass hier mit Liebe zum Detail gearbeitet worden ist«, sagte er. Landrat Jürgen Müller bezeichnete die Einrichtung als »ein Stück Erinnerung« für alle Vlothoer.

 

 

 

 

 

 

 

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Ein  Videoclip von der  Eröffnungsansprache des Vlothoer Bürgermeister Rocco Wilken  finden Sie hier:  heimatmuseum-ansprache-info

 

Leider  nicht die beste Tonqualität

 

 

 

 

 

 

Rocco Wilken

Bürgermeister

 

 

 

 

 

Stand: Mai 2017

 

 

 

 

 

 

Ein Blick in die alte Heimatstube - Teilansichten

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Kulturfabrik Lange Straße 53, in der die Heimatstube untergebracht ist.

Treppenhaus - Heimatverein

 

Der Eingangsbereich beim Betreten der Heimatstube.

 

 

 

Hier kann man die Lebens-  und Arbeitswelt der Menschen aus der Region kennen lernen.

 

 

 

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Tisch der Zigarrenmacher

 

Korbflechter

 

Spinnräder

 

An den Aktionstagen der Heimatstube erwachen die Tante-Emma-Laden, die Spinner, Weber,

Zigarrenmacher, Korbflechter und der Schuhmacher zu neuem Leben.

 

 

 

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Tante-Emma-Laden

Webstuhl

Schuhmachertisch vom Eduard Schmidt, Höltkebruchstraße

 

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Ein Teilbereich der Heimatstube

 

 

 

 

Ein Blick in die Heimatstube - Utensilien/Gebrauchsgegenstände

Verpackungsmaterial für Zigarren- und Zigarillos

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Hier wird ein reichhaltiges Sortiment an Zigarren- und Zigarillokisten gezeigt. Ein Teil dieser Kisten ist aus Buchenholz. Für Qualitätszigarren wurde vorwiegend Zedernholz verwendet, welches aus den Ländern des nahen Osten kam. Für das bessere Aussehen der Kisten wurden diese farbig beklebt, was auch den Verkauf fördern sollte.   zig-beklebematerial-info

 

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Dieses Verpackungsmaterial für Zigarren- und Zigarillos stammt von der Firma Niemann & Tintelnot - N&T.

 

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Als Verpackungsmaterial wurden später auch Kunststoffschachteln wie diese verwendet. Die abgebildete Verpackung wurde von der Firma ASV Stübbe im Werk Hollwiesen in den 1980er Jahren hergestellt.

 

 

Bockkarre mit Auslieferungskiste eines Zigarrenmachers. Als Transportgeräte zum Ausliefern der Zigarren kamen Schubkarren und  Handwagen zum Einsatz.

 

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Spinnrad. Hergestellt von Heinrich Bärenfänger an der Weser Straße Nr. 3. - Die Drechslerei wurde bereits um 1889 gegründet. Als dessen Besitzer 1936 in Konkurs ging, übernahm Heinrich Bärenfänger den Betrieb und führte ihn dort bis 1970. Danach wurde die Drechslerei an die Lange Straße Nr. 132 verlegt und noch einige Jahre betrieben.

Rechtes Bild:

Auch eine Nähmaschinen-Sammlung früherer Jahre ist in der Heimatstube zu besichtigen. Nähmaschinen, wie sie damals in vielen Haushalten vorhanden waren.

 

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So sahen die Waschgeräte in den Haushalten noch bis 1960 aus. Aber nicht alle Familien konnten sich eine Waschmaschine dieser Art leisten. Sie  waren auf das Waschbrett und Wäschepümpel angewiesen, was eine harte Angelegenheit war.

Rechtes Bild:

Auf dem Stuhl steht eine Rarität, ein Leder-Löscheimer von 1850. Dieser stammt aus dem Hause der Bäckerei Sturhann Vlotho Nr. 157 (heute Lange Straße Nr. 116). Dieser Löscheimer wurde 1993 von Gertrud Sturhann an den Heimatverein übergeben. Mit auf dem Stuhl liegt ein Feuerhaken, der damals zur zwingenden Ausrüstung jeden Hauses gehörte.

 

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Auch Werkzeuge aus längst vergangener Zeit können hier besichtig werden. So wie diese Hobelbank, auf der Bohrmaschinen, Stechbeitel und diverse Hobel lagern.

 

 

Der Tante Emma Laden in der Heimatstube gibt einen guten Überblick, wie ein Lebensmittelgeschäft noch bis in die 1960er Jahre aussah.

 

 

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Vlotho um 1900, ein Gemälde von Ernst Sitte. - Gabe von: Helga Dolezalek-Sitte.

 

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Willi Schmidt vom Heimatverein zeigt einen Schuh dessen Paar als Maßanfertigung in reiner Handarbeit hergestellt wurde. Würde man solch ein Paar heute anfertigen lassen, würde es über 1200 Euro kosten. Diese Schuhe wurden vom Schuhmacher Friedrich Sielemann (*1923 †2013) in den Jahren 1937-1938 gefertigt. Sein Sohn Bernd schlug eine andere Berufslaufbahn ein und ist heute Filialleiter der Sparkasse Herford, an der Poststraße in Vlotho.

 

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Romanisches Säulenkapitell, das vom Kloster Segenstal stammt. Das Kloster Segenstal war ein vorzeitlicher Bau der heutigen St.-Stephans-Kirche. Der letzte Pater - ein Mönch namens Lambertus - soll um 1560 gestorben sein, dann wurde das Kloster aufgelöst.

 

 

Steinkugeln mit einem Durchmesser von etwa 15 cm, die bei Restaurierungsarbeiten im Burgareal 1985 gefunden wurden.

Steinbüchsen waren die ersten Geschütze aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die mit Schwarzpulverladungen Steinkugeln verschossen.

 

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Leben in der Schuhmacherwerkstatt

 

Am „Tag des offenen Denkmals“ am 8. September 2013 wurde das alte Handwerk des Schuhmachers in der Heimatstube für einige Stunden wieder lebendig. Zwei versierte Orthopädie-Schuhmachermeister, Michael (rechts geb. 1970) und Wilfried Brink (geb. 1938) aus Bad Oeynhausen-Werste waren extra nach Vlotho gekommen, um die alte Kunst ihres Handwerks zu demonstrieren. Die ausgestellten Werkzeuge und Geräte wurden in der Zeit von 1890 bis in die 1970er Jahre in Betrieben aus Vlotho und Uffeln verwendet. 

Foto: 8.09.2013.

Was Sie auf dieser Seite sehen, ist nur ein kleiner Teil einer reichhaltigen Sammlung. Ferner können besichtigt werden: Tischlerei, Hausschlachtung, eine alte Schulklasseneinrichtung, Bierbrauerei Volbracht, Drechslerei, Vlothoer Trachten und vieles mehr.

 

 Einen Videoclip von der alten Heimatsube finden Sie auf der Videoseite.

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