Fortsetzung:

 

Es war jene Zeit, in der die Wirtschaft nur eine Richtung kannte, immer aufwärts. 1965 erfolgte ein Umzug seiner Werkstatt nach Wehrendorf Nr. 62,

 

in die Räume seines Bruders Wilhelm, der dort eine  Bautischlerei betrieb. Hier wurden die ersten Stahlblechgehäuse gefertigt. Dank guter Umsätze wurden 1967 die ersten Mitarbeiter eingestellt und die Produktion erweitert, was zu erheblichem Platzmangel führte. So entschloss sich Fritz Lohmeier im Jahr 1970 seinen ersten Neubau,

 

Firmenlogo

eine Produktionshalle mit angegliederten Verwaltungsräumen, im Gewerbegebiet „Hollwiesen I“ zu errichten. Bereits vier Jahre später erfolgten eine Erweiterung der Produktionshalle und der Zukauf eines Werkes in Bestwig/Velmede (Sauerland) für die Fertigung von Kleingehäusen. Während dieser Zeit war die Zahl der Beschäftigten auf insgesamt über 45 gestiegen. Im Jahr 1978 wurde zum ersten Mal auf der Industriemesse in Hannover ausgestellt, nachdem man zuvor schon auf einigen kleineren Ausstellungen vertreten war. Dies war ein weiterer Durchbruch in der Firmengeschichte Lohmeier, da nun Kontakte ins europäische Ausland geknüpft wurden.

Es ging weiter aufwärts und da der Standort Hollwiesen keine Erweiterungsmöglichkeiten bot, suchte man nach einer Lösung. Es folgte 1986 der Ankauf der ehemaligen Papierfabrik*1 “ von Deylen“ an der Herforder Straße, die im Besitz der Stadt Vlotho war. Nun standen 20.000 m² Fläche zur Verfügung und damit genügend Platz für spätere Erweiterungen. Es wurde viel investiert. So wurde 1989 das mit erworbene Fachwerkhaus Baujahr 1800 aufwendig

 

 

Ein stiller Geschichtszeuge ist diese Papierrolle, die jetzt in der Verwaltung steht. Foto: 2013

renoviert und zu einem Wohn- und Verwaltungsgebäude umfunktioniert.

Danach wurden noch zwei große Hallen errichtet. Somit konnte der Produktionsstandort im Sauerland 1996 verkauft und die Arbeiten in Vlotho

 

 

 

 

Fritz Lohmeier

geb. 1938

 

Irma Lohmeier

*1940 - †2013

 

Britta Lohmeier-

Bloch,  geb. 1968

 

Marc Bloch

geb. 1970

 

Hans-Werner

Meyer,  geb. 1953

Gründerehepaar - Foto: 1961

     

 

zentralisiert werden. Der zuletzt erbaute Gebäudekomplex im Fachwerkstil neben dem historischen Fachwerkhaus wurde 2010 errichtet.

Nach vierzig Jahren Vollzeiteinsatz übergab Fritz die Geschäftsführung an seine Tochter Britta Lohmeier-Bloch, geb. 1968. Die gelernte Steuerfachangestellte war bereits ab 1992 als Einkaufsleiterin in diesem Familienunternehmen tätig. Ihr zur Seite steht Co-Geschäftsführer Hans-Werner Meyer, geb. 1953, der für den Bereich Technik und Vertrieb zuständig ist.

In die stetige Aufwärtsentwicklung kam auch ein kleiner Rückschlag. Die

 

weltweite Finanzkrise*2 2009, die in Amerika begann und später auch Europa

erfasste, durchstand die Firma Lohmeier ohne Entlassung der Arbeitskräfte.

Lediglich die Leiharbeiter konnten nicht gehalten werden. Inzwischen ist die Krise bei der Firma Lohmeier vergessen und der eingeschlagene Weg wurde

 

 

Im Elternhaus in Valdorf-West Nr. 405 fing alles an. Foto: 2013.

 

Abbildung der ersten Produkte von der Firma Lohmeier. Foto: 1963.

fortgesetzt.

Im Jahr 2013 bestand die Firma fünfzig Jahre. Während einer Feierstunde

zum goldenen Firmenjubiläum blickte der Seniorchef auf die Anfänge des Unternehmens und die Firmenentwicklung zurück. Hierbei wurde auch das Personal mit eingebunden. >Das Kapital des Unternehmens sei es, dass die Mitarbeiter gut zufrieden sind<, verkündete Fritz Lohmeier als Devise.

Die Lohmeier-Schaltschrank- Systeme GmbH & Co KG ist inzwischen ein expandierender, europaweit aktiver Anbieter von Gehäusen unterschiedlicher Art und beschäftigt am Standort Herforder Str. über 130 Personen.

 

Ab 2013 gerät die Firma Lohmeier in finanzielle Schwierigkeiten.
 

2017
Das Amtsgericht Bielefeld hatte mit Beschluss vom 1. März 2017 das Insolvenzverfahren für die Lohmeier Schaltschranksysteme GmbH & Co. KG eröffnet.
 

2019
Das ist eine bittere Nachricht für Vlotho. Ein Traditionsunternehmen wie Lohmeier Schaltschränke muss nach 56 Jahren schließen und 90 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Der lange Kampf um den Erhalt des Unternehmens, der mit dem Insolvenzantrag von 2016 begonnen hatte, ist offensichtlich verloren.
 

September 2019 war endgültig Schluss.
Insolvenzverwalter und Belegschaft haben mehr als zwei Jahre lang versucht, das Unternehmen zu retten. Schade, dass dies nicht von Erfolg gekrönt war
.
 

*1 Einen ausführlichen Bericht über die Papierfabrik "Union Werk Gesellschaft von Deylen" und deren Vorgeschichte finden Sie auf dieser Webseite weiter unten.

 

*2 Die Finanzkrise, die 2007 in Amerika begann und sich über Jahre hinzog.

Der Bankrott der amerikanischen Immobilienbank Lehman Brothers Inc. war der Beginn einer wirtschaftlichen Rezession, die sich nicht nur auf das Bankwesen, sondern auch auf andere Wirtschaftskreise ausgewirkt hat.
Mangelnde Rücklagen, geplatzte Rückversicherungen und die teilweise horrenden Abfindungssummen für unfähige Manager führten dazu, dass viele Bankinstitute in erhebliche Schwierigkeiten gerieten. Bedingt dadurch verschlechterten sich auch die Bedingungen zur Kreditvergabe an Wirtschaftsunternehmen. Noch sind nicht alle Auswirkungen dieser Krise überwunden, doch die Weltwirtschaft ist auf einem guten Weg.

 

Stand: 2019

 

 

 

 

Linkes Foto: Am rechten Bildrand ist die erste Produktionshalle von Fritz Lohmeier an der Wehrendorfer Str. 73 zu sehen, die er von seinem Bruder, dem Tischlermeister Wilhelm Lohmeier, gemietet hatte. Daneben steht noch der Turm der ehemaligen Windmühle Wehmeier. Foto: 1963.

Das rechte Foto zeigt die Inneneinrichtung dieser Halle.

 

 

Die erste eigene Halle mit Verwaltungsräumen wurde 1970 im Gewerbegebiet Hollwiesen I errichtet.

 

 

Im Zweigwerk Bestwig/Velmede (Sauerland) wurden von 1974 bis 1996 Kleingehäuse gefertigt. Foto: 1996.

 

 

Diese Fotos zeigen Teile einer großen Produktpalette moderner Gehäusetechnik, die die Firma Lohmeier heute fertigt. Fotos: 2013.

 

 

Zeichnung links:

Das 2-gesch. Fachwerkhaus, welches im Jahr 1800 erbaut und am 30.07.1985 unter Demalschutz gestellt wurde.

 

Nach aufwendiger Renovierung und Restaurierung dient es heute als Verwaltungsgebäude.

 

Denkmalschutz dient dem Schutz von Kulturdenkmalen und kulturhistorisch relevanten Gesamtanlagen.

 

 

Ein Luftfoto, das im Besitz der Familie G. von Deylen ist, zeigt die ehemalige Papierfabrik (Ansicht aus NO) . Die große Grünfläche, die damals zum Teil noch ein Garten war, wurde inzwischen durch zwei moderne Werkshallen von der Firma Fritz Lohmeier bebaut. Wo sich heute der Marktkauf befindet, war zu jener Zeit ein freies Feld. Foto: 1959.

 

 

Der heutige Standort in Vlotho (Ansicht aus Richtung Norden) an der Herforder Straße Nr. 99. Als Schmuckstück im Vordergrund die beiden Fachwerkhäuser.

Foto: 2012.

 

 

Der zuletzt errichtete Neubau im Fachwerkstil mit eingeblendeter Giebelinschrift. An der rechten Seite das Fachwerkhaus von 1800. Foto: 2010.

 

 

Gemeinsam mit seiner Tochter Britta Lohmeier-Bloch und Hans-Werner Meyer hatte Fritz Lohmeier im historischen Fachwerkhaus, dem Verwaltungsgebäude, die Gratulanten begrüßt. Zu ihnen gehörten der Vize-Bürgermeister Ulrich Sturhahn, Andreas Kämmerling und Karl-Heinz Büscher von der Volksbank und Ortwin Scheffer von der Sparkasse Herford.

 

Foto:

Marc Bloch, Karl-Heinz Büscher, Fritz Lohmeier, Britta Lohmeier-Bloch, Andreas Kämmerling, Hans-Werner Meyer, Ortwin Scheffer und Ulrich Sturhahn (v. l.) während der Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen des Unternehmens Lohmeier-Schaltschranksysteme. Foto: 2013

 

 

 

Heutige Ansicht der Werksanlage "Lohmeier Schaltschränke". Foto: 2014.