|
Fortsetzung:
Während es im Jahre 1895 erst
acht Mitarbeiter gab, waren es im Jahre 1900 bereits zehn Arbeiter, die
einen Tagelohn von 2,50 Mark bekamen. Im 1. Weltkrieg, als u.a. Munition
hergestellt wurde, arbeiteten auch kriegsgefangene Franzosen
mit.
Im Jahr 1917 übertrug Wilhelm Sander
seinem Sohn (Wilhelm geb. 1872) den Betrieb. Von nun an galt die
Firmenbezeichnung „W. Sander & Sohn“. Er war auch der erste Vlothoer,
der 1912 ein Auto fuhr und sich nach dem Krieg einen Neuwagen zulegte.
Nach dem 1. Weltkrieg erhöhte sich die
Zahl der Beschäftigten auf 25. Im 2. Weltkrieg waren 100 Personen,
zusammengesetzt aus der Stammannschaft der Firma, sowie kriegsgefangene
Russen, Franzosen, Holländer und auch einige Frauen, mit der Fertigung
von Munition und Flugzeugteilen beschäftigt. Dass die Kriegsgefangenen
mit der ihnen zuteil gewordenen Behandlung zufrieden waren, ergibt sich
aus der Tatsache, dass diese sich, als sie wieder in ihre Heimat
zurückkehren konnten, mit Handschlag verabschiedeten. Nach dem Krieg
waren zuerst nur etwa 45 Personen in der Firma tätig. Ihre Zahl stieg
bis 1961 auf 80, ging aber dann infolge Rationalisierungmaßnahmen zurück
auf 65.
Wie aus einem noch erhaltenen
Geschäftsbuch der Firma hervorgeht, konnten die Bauern im Jahre 1897
Dreschmaschinen und Göpel bei der Firma Sander beziehen. Es waren
Maschinen, die von der Firma Gebr. Meier in Hannover geliefert wurden.
Ende der 1920er Jahre baute Wilhelm Sander diese und andere
Landmaschinen dann selbst. Bedingt durch
Absatzschwierigkeiten infolge der Inflation nach dem 1. Weltkrieg, sah
sich Wilhelm Sander jun. (geb.1872) gezwungen, Reparatur und
Eigenherstellung landwirtschaftlicher Maschinen aufzugeben und das
Hauptgewicht von Konstruktion und Fertigung auf ein anderes
Arbeitsgebiet zu verlegen. Und da man früher gelegentlich Anker für
Weserschiffe geschmiedet und sich an der maschinellen Ausrüstung von
Fähren und Schiffen beteiligt hatte, ging man jetzt zu Konstruktion und
Produktion von Decksmaschinen über. Unter diesen Maschinen sind
insbesondere Ruderanlagen sowie Schlepp- und Ankerwinden, wie sie in der
Schifffahrt gebraucht werden, zu verstehen. Diese Erzeugnisse erwarben
sich, trotz schärfster Konkurrenz, in immer stärkerem Maße in
Fachkreisen Beachtung und Anerkennung, so dass
heute Schiffe in kaum noch abschätzbarer Zahl, mögen sie Flüsse oder
Meere befahren, mit Ruderanlagen und Winden ausgerüstet sind, die
das Zeichen ,,W. Sander & Sohn" tragen. Somit hatte sich im Laufe der
letzten Jahrzehnte das Windengeschäft als Hauptstütze der Firma
herausgebildet.
Als Wilhelm Sander (geb. 1872) im Jahr
1959 verstarb, trat sein Sohn Wilhelm geb. 1903 seine Nachfolge an. Ab
den 1970er Jahren unterstützte sein Sohn Hans-Wilhelm Sander (geb. 1937)
seinen Vater, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Bankkaufmann
absolvierte hatte.
Bedingt durch die Stadtsanierung musste
der Standort Vlotho Poststraße aufgegeben werden. So beschlossen die
Besitzer des Unternehmens, den Betrieb 1972 ins Kalletal, nach Erder, zu
verlegen, wo auf einem Gelände von 30.000 qm eine neue moderne Fabrik
entstand.
Acht
Jahre später (1980) wurde die Firma aus
privaten Gründen geschlossen. Ein über 100 Jahre altes Vlothoer
Familienunternehmen erlosch.
Eine Luftaufnahme aus den 1950er Jahren finden Sie hier:
|
|
Wie aus einem noch
erhaltenen Geschäftsbuch der Firma hervorgeht, konnten die Bauern im
Jahre 1897 Dreschmaschinen und Göpel über die Firma Sander beziehen. Es
waren Maschinen, die von der Firma Gebr. Meier in Hannover geliefert
wurden. Ende der 1920er Jahre baute Wilhelm Sander diese und andere
Landmaschinen dann selbst. Ein Modell, welches von der Firma Sander
gefertigt wurde, zeigen die unteren Bilder.
Leider konnte das genaue
Baujahr der Dreschmaschine nicht mehr ermittelt werden. Diese Maschine
war Jahrzehnte im Besitz des Heimatvereins Vlotho und stand auf dem Hof
Wehmeier in Valdorf-West Nr. 30, ehe diese im Oktober 2014 an einen
Privatsammler in Hüllhorst abgegeben wurde.
|