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W. Sander & Sohn

 

Wilhelm Sander

(1843-1918)

 

 

Wilhelm Sander

(1872-1959)

 

 

Wilhelm Sander

(1903-1975)

 

 

Hans-Wilhelm Sander

geb. 1937

 

 

 

Fortsetzung:

 

Während es im Jahre 1895 erst acht Mitarbeiter gab, waren es im Jahre 1900 bereits zehn Arbeiter, die einen Tagelohn von 2,50 Mark bekamen. Im 1. Weltkrieg, als u.a. Munition hergestellt wurde, arbeiteten auch kriegsgefangene Franzosen mit.

 

Im Jahr 1917 übertrug Wilhelm Sander seinem Sohn (Wilhelm geb. 1872) den Betrieb. Von nun an galt die Firmenbezeichnung  „W. Sander & Sohn“. Er war auch der erste Vlothoer, der 1912 ein Auto fuhr und sich nach dem Krieg einen Neuwagen zulegte.

 

Nach dem 1. Weltkrieg erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten auf 25. Im 2. Weltkrieg waren 100 Personen, zusammengesetzt aus der Stammannschaft der Firma, sowie kriegsgefangene Russen, Franzosen, Holländer und auch einige Frauen, mit der Fertigung von Munition und Flugzeugteilen beschäftigt. Dass die Kriegsgefangenen mit der ihnen zuteil gewordenen Behandlung zufrieden waren, ergibt sich aus der Tatsache, dass diese sich, als sie wieder in ihre Heimat zurückkehren konnten, mit Handschlag verabschiedeten. Nach dem Krieg waren zuerst nur etwa 45 Personen in der Firma tätig. Ihre Zahl stieg bis 1961 auf 80, ging aber dann infolge Rationalisierungmaßnahmen zurück auf 65.

 

Wie aus einem noch erhaltenen Geschäftsbuch der Firma hervorgeht, konnten die Bauern im Jahre 1897 Dreschmaschinen und Göpel bei der Firma Sander beziehen. Es waren Maschinen, die von der Firma Gebr. Meier in Hannover geliefert wurden. Ende der 1920er Jahre baute Wilhelm Sander diese und andere Landmaschinen dann selbst. Bedingt durch Absatzschwierigkeiten infolge der Inflation nach dem 1. Weltkrieg, sah sich Wilhelm Sander jun. (geb.1872)  gezwungen, Reparatur und Eigenherstellung landwirtschaftlicher Maschinen aufzugeben und das Hauptgewicht von Konstruktion und Fertigung auf ein anderes Arbeitsgebiet zu verlegen. Und da man früher gelegentlich Anker für Weserschiffe geschmiedet und sich an der maschinellen Ausrüstung von Fähren und Schiffen beteiligt hatte, ging man jetzt zu Konstruktion und Produktion von Decksmaschinen über. Unter diesen Maschinen sind insbesondere Ruderanlagen sowie Schlepp- und Ankerwinden, wie sie in der Schifffahrt gebraucht werden, zu verstehen. Diese Erzeugnisse erwarben sich, trotz schärfster Konkurrenz, in immer stärkerem Maße in Fachkreisen Beachtung und Anerkennung, so dass heute Schiffe in kaum noch abschätzbarer Zahl, mögen sie Flüsse oder Meere befahren, mit Ruderanlagen und Winden ausgerüstet sind, die das Zeichen ,,W. Sander & Sohn" tragen. Somit hatte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte das Windengeschäft als Hauptstütze der Firma herausgebildet.

 

Als Wilhelm Sander (geb. 1872) im Jahr 1959 verstarb, trat sein Sohn Wilhelm geb. 1903 seine Nachfolge an. Ab den 1970er Jahren unterstützte sein Sohn Hans-Wilhelm Sander (geb. 1937) seinen Vater, nachdem er zuvor eine Ausbildung als Bankkaufmann absolvierte hatte.     

 

Bedingt durch die Stadtsanierung musste der Standort Vlotho Poststraße aufgegeben werden. So beschlossen die Besitzer des Unternehmens, den Betrieb 1972 ins Kalletal, nach Erder, zu verlegen, wo auf einem Gelände von 30.000 qm eine neue moderne Fabrik entstand.

Acht Jahre später (1980) wurde die Firma aus privaten Gründen geschlossen. Ein über 100 Jahre altes Vlothoer Familienunternehmen erlosch.

 

Eine Luftaufnahme aus den 1950er Jahren finden Sie hier:  

 

 

Wie aus einem noch erhaltenen Geschäftsbuch der Firma hervorgeht, konnten die Bauern im Jahre 1897 Dreschmaschinen und Göpel über die Firma Sander beziehen. Es waren Maschinen, die von der Firma Gebr. Meier in Hannover geliefert wurden. Ende der 1920er Jahre baute Wilhelm Sander diese und andere Landmaschinen dann selbst. Ein Modell, welches von der Firma Sander gefertigt wurde, zeigen die unteren Bilder.

Leider konnte das genaue Baujahr der Dreschmaschine nicht mehr ermittelt werden. Diese Maschine war Jahrzehnte im Besitz des Heimatvereins Vlotho und stand auf dem Hof Wehmeier in Valdorf-West Nr. 30, ehe diese im Oktober 2014 an einen Privatsammler in Hüllhorst abgegeben wurde.

 

Klein aber sie erfüllte ihnen Zweck. Die historische Dreschmaschine von Sander.

Nach vielen Jahrzehnten noch gut zu erkennen, der Schriftzug von W. Sander & Sohn.

Die Dreschmaschine mit Holzdeichsel und der private Sammler aus Hüllhorst.

 

Auch diese Häckselmaschine gehörte zum Programm der Firma W. Sander & Sohn, dessen Baujahr nicht mehr festzustellen ist.

 

 

Maschinenfabrik W. Sander & Sohn an der Poststraße. Foto: um 1964.

 

 

Eine Reparatur von Lokomobilen.

Wilhelm Sander an der Poststraße. Foto  um 1900

 

Auf dem Vorplatz der Firma W. Sander & Sohn steht eine Ruderanlage versandbereit. Foto: um 1953.

 

Typenschild aus Massiv-Messing, so wie es an den Schiffswinden angebracht war.

Sammlung: Mario Lorenzen

 

 

W. Sander & Sohn in Erder. Foto: 1972

 

Die Größe der Werksanlage in Erder

wird in der Zeichnung deutlich.